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Digital “reloaded”

Die in aller Stille im Aufrag von Märklin entwickelte Central Station 2 (60213) hat sicher alle überrascht, so auch mich.

Interessant ist dabei auch, dass das Thema “Systems” für Märklin erledigt war, denn Verkauf und Support für die Central Station 1 (60212) wurde auch komplett eingestellt. Das Digitalsystem hieß ab sofort wieder “Märklin digital”, allerdings mit dem Unterschied, dass das Wort “digital” im Logo kursiv geschrieben wird. Man kann also durchaus von “Digital reloaded” reden.

Ein passender Booster (60173) sollte auch zeitgleich erscheinen, was auch eingehalten wurde.

Gemäß dem Systembild können mehrere Central Station 2 vernetzt werden, außerdem sollen für die Central Station 1 und die Digitalgeräte der alten Generation, Control Unit (6021) usw., noch Adapterkästchen erscheinen.

Die Eigenschaften der Central Station 2 sind gegenüber der Central Station 1 schon beeindruckend. Neben der insgesamt deutlich gesteigerten Performance weist einen weiterhin berührungssensitiv ausgeführten Farbbildschirm sind ein USB-Anschluss für Speicherstick, Maus oder Tastatur hinzugekommen. Außerdem sind noch einige bisher unbenutzte Anschlüsse vorhanden (Sx, Aux, Audioausgang), so dass hier noch einige zusätzliche Erweiterungen zu erwarten sind. Sx deutet darauf hin, dass später auch Selectrix-Komponenten über den Sx-Bus unterstützt werden. Über den Sinn der anderen Anschlüsse kann bisher nur spekuliert werden.

Für mich stellte sich nun die Frage, was ich tun sollte:

Einerseits hatte ich mit der Central Station 1 eine funktionierende Zentrale, für die es mit dem ECoSBoost auch einen funktionierenden Booster gibt, der allerdings mit der Central Station 2 nicht verwendbar sein soll. Eine Umstellung auf die Central Station 2 wäre also nur möglich inklusive Tausch aller Booster, um die volle Funktionalität beizubehalten.

Andererseits sind die Booster 60173 nur mit der schon von den alten Digital-Boostern 6015/6017 bekannten Einschränkung an der Central Station 1 zu betreiben, dass mfx-Loks sich im Boosterkreis nicht anmelden und keine Rückmeldungen absetzen können.

Was also tun? Knapp 700 EUR laut UVP auszugeben, ohne einen während der Bauphase der Anlage minimalen Vorteil zu haben?

Die Antwort darauf lautete für mich eindeutig ja, zumal die UVP nicht so lange Bestand hatte und man durchaus auch günstiger an die Central Station 2 herankommt.

Auch wenn der Auslieferungszustand der Software (1.0.2) noch nicht alle Funktionen enthielt, machte es schon Spaß, damit zu “arbeiten”.

Im Gegensatz zur Central Station 2 wurden Fehler auch schnell beseitigt und das Update auf 1.0.5(3) nachgeschoben, welches auch jetzt noch auf der Downloadseite von Märklin die letzte offizielle Version ist.

Allerdings waren auf dem Server, den die Central Station 2 zum Online-Update anspricht, zwischenzeitlich auch die Versionen 1.0.7(2) und – nach Fehlerbereinigung – 1.0.7(3) abrufbar. In beiden Versionen kann die Central Station 2 auch Loks mit DCC-Decoder steuern.

Alles in allem bereue ich den frühen Kauf der Central Station 2 nicht, auch wenn die Software noch nicht ausgereift ist und es noch keine Steuerungsprogramme für den PC gibt, welche die Central Station 2 voll unterstützen.

Ergänzung (18.09.2009):

Etwas überraschend hatte Märklin unter der Katalognummer 60214 die “neue” Version der Central Station 2  “mit voller DCC-Funktionalität” angekündigt und auch zwischenzeitlich ausgeliefert. Für diese CS2 ist inzwischen auch schon das erste Update auf die Version 1.2.5 (1) mit der aktuellen Softwareversion 1.23 für den Gleisformatprozessor erschienen.

Diese Version ist auch für die erste Central Station 2 (60213) von Märklin kostenfrei zum Download zur Verfügung gestellt worden. Die Begründung, dass damit die treuen Kunden belohnt werden sollen, die von Anfang an auf die CS2 gesetzt haben, bestätigt mich erst recht, mit dem Kauf der CS2 die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Neben dem Steuern und Programmieren von Loks mit Decodern im DCC-Format können nun auch erstmals mit der CS2 Magnetartikeldecoder im DCC-Format angesteuert werden. Dies ist inbesondere interessant, wenn die vom Märklin-Motorola- (MM-) Format vorgegebene Systemgrenze von 320 maximalen Decoderadressen nicht mehr ausreicht.

Hinzu kommt, dass die Auswahl an Servodecodern im DCC-Format etwas größer ist als für MM. Dies ist für mich von Interesse, da ich mittlerweile Weichen und Formsignale im sichtbaren Bereich mit Servos antreibe.