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EKW von Weichen-Walter in der Praxis

Wie schon auf der Seite zum “Abzweig Annenthal” (Anlage 7) erwähnt, habe ich mir von Weichen-Walter eine einfache Kreuzungsweiche mit der Geometrie der schlanken doppelten Kreuzungsweiche des K-Gleises (2275) anfertigen lassen.

 

Bild 1: EKW im Auslieferungszustand

Schaltungstechnisch ist die EKW eine ziemliche Herausforderung, da etliche Schienenstücke polarisiert werden müssen und immer nur ein eindeutiger Fahrweg zulässig ist, sonst gibt es beim Überfahren einen satten Kurzschluss. Dies ist für mich als “eingefleischten Märklinisten” erst einmal gewöhnungsbedürftig (da das System nicht mehr so klar ist), aber durch entsprechende Zuordnung der Fahrstraßen beherrschbar.

Zwei Kriterien sind dabei zu beachten:

  • Die EKW hat zwar vier mögliche Stellungskombinationen der beiden getrennt gesteuerten Zungenpaare, aber nur drei sind verwendbar. Beide Zungenpaare in Stellung ”gerade” (also kreuzend) ist nicht erlaubt.
  • Bei einem Fahrweg “kreuzend”, d. h. mit einem Zungenpaar in Stellung ”gerade”, muss das andere Zungenpaar auf “rund” stehen.

Angetrieben wird die EKW durch zwei Servos, die von einem Decoder “SwitchPilot” der Fa. ESU gesteuert werden. Mit dem “LokProgrammer” aus gleichem Haus habe ich die Servoausgänge und die ersten beiden normalen Schaltausgänge des “SwitchPilot” auf die gleiche Decoderadresse gelegt. Außerdem habe ich die Stellgeschwindigkeit und die Endlagen mit dem “LokProgrammer” eingestellt.

Von jedem Schaltausgang wird ein Schaltrelais (5551) der Fa. Viessmann mit vier Umschaltkontakten gesteuert. Eine Verwendung der “SwitchPilot Extension” schied aus, da nach dem Schaltschema von Weichen-Walter drei Umschaltkontakte je Zungenpaar benötigt werden, in der “Extension” aber nur zwei Umschaltkontakte je Schaltausgang vorhanden sind.

Bild 2: Original-Schaltschema

Bei den ersten Fahrtests habe ich allerdings festgestellt, dass ein Schienenstück (Radlenker in der Mitte der EKW, im Schaltschema grün gekennzeichnet) nicht nach Masse umgeschaltet werden darf, da der Schleifer mancher Fahrzeuge ihn berührte und einen Kurzschluss verursachte. Nachdem ich die Schaltungsmodifikation vorgenommen hatte, haben bisher alle getesteten Triebfahrzeuge die EKW ohne Kontaktprobleme überfahren können, sogar von der Stromabnahme her eher kritische Fahrzeuge wie z. B. Köf II (Märklin), Klv (Brawa) oder die Post-Dampfspeicherlok (Dingler).

Auch sind die “mechanischen” Fahreigenschaften der bisher getesten Fahrzeuge beim Überfahren der EKW nicht zu beanstanden. Sogar Drehgestellwagen, die nicht von Märklin stammen und die ich noch nicht mit Wechselstromradsätzen ausgestattet habe, laufen problemlos über die EKW. Die Fahreigenschaften sind sogar besser als mit den originalen Märklin-K-Weichen, bei denen es beim Überfahren doch mitunter ziemlich rumpelt.

Fazit

Eine Spezialanfertigung aus dem Hause Weichen-Walter kann ich vorbehaltlos empfehlen. Der einzige Nachteil ist die für das Märklin-System unübliche ggf. notwendige Polarisierung von Schienenstücken und die damit verbundene Notwendigkeit, die Weichen richtig gestellt zu befahren.

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