Die Gleiswendel
Wie auch bei der vorherigen Anlage 6 verbindet alle Ebenen eine Gleiswendel, die ich jedoch zweigleisig ausgeführt habe, da sich die lange eingleisige Strecke bei der Anlage 6 als betrieblicher Engpass herausgestellt hatte.
Der Radius des äußeren Gleises habe ich wie bei der letzten Anlage mit 500 mm angesetzt. Das innere Gleis habe ich mit einem Gleismittenabstand von 60 mm angelegt, so dass sich ein Radius von 440 mm ergibt. Dieser Abstand ist für alle bei mir vorhandenen Fahrzeuge ausreichend bemessen.
Der Höhengewinn je Windung beträgt 90 mm. Damit ergibt sich eine akzeptable Neigung des Außengleises von 2,8 %. Das Innengleis liegt bei 3,3 % Neigung darüber, was aber ebenfalls kein Problem darstellt, da es nur abwärts befahren wird.
Dadurch ergibt sich allerdings durch den bei meiner Anlage gemäß dem dem Vorbild der Deutschen Bundesbahn entsprechend festgelegten Rechtsverkehr eine andere „Drehrichtung“ als bei der Anlage 6.
Durch die Zweigleisigkeit müssen bei dem Übergang zur Ebene 1 Gleisverbindungen vorhanden sein, welche nur mit Bogenweichen realisierbar sind.
Als Gleismaterial habe ich wegen des frei wählbaren Radius und der geringeren Höhe K-Gleis (Flexgleis) gewählt.
Eine Tunneloberleitung ist notwendig, da die lichte Höhe zwischen zwei Windungen für frei ausgefahrene Stromabnehmer nicht ausreicht.
Die Konstruktion habe ich berechnet und ausgeführt wie auf der Homepage von Rainer Lüssi beschrieben.
Der Bau
Da ich aufgrund der Umdrehungsanzahl die Wendel nicht in einem Stück bauen konnte, musste ich diese abschnittweise auf der Anlage montieren.
Damit alle Bauteile möglichst gut zusammenpassen, habe ich mir Pappelsperrholzstreifen von 4 mm Stärke in der entsprechenden Breite bereits im Baumarkt zurechtschneiden lassen. Aus jedem Streifen habe ich dann vier Trapezelemente mit den passenden Abmessungen zurechtgesägt.
Jeweils zwei von diesen Elementen habe ich dann mit dem entsprechenden Versatz mit Heißkleber zusammengeleimt. Das geht schnell und hält bombenfest. Die ersten Versuche mit Weißleim waren zu zeitaufwendig, da bis zum Abbinden des Leims der Pressdruck aufrechterhalten werden musste.
Zwei weitere Herausforderungen waren außerdem noch zu lösen:
- Die Bohrlöcher der übereinanderliegenden Segmente müssen exakt übereinanderliegen
- Die Kreisdurchmesser für Gleise (Oberseite) und Tunneloberleitung (Unterseite) müssen markiert werden, um die Gleisverlegung zu erleichtern und die Lage der Tunneloberleitung für die Montage zu bezeichnen.
Für beides habe ich mir jeweils eine Vorrichtung gebaut.
Eine Wendelumdrehung habe ich als Bohrschablone zusammengeklebt. Sechs der vorgefertigten Wendelsegmente habe ich passend zu einem kompletten Sechseck auf den Boden gelegt und die Löcher mit der Schablone abgebohrt. Diese Schablone ist inzwischen in die zweite Wendel mit gleichen Abmessungen integriert worden, welche die Ebenen 2a und 2b miteinander verbindet.
Für die Markierung der Kreise habe ich mir einen Zirkel konstruiert, welcher aus einem in das Wendelinnere passenden Lattenkreuz und einer weiteren Latte als eigentlichem Zirkel besteht. Die Latte habe ich mit einem Nagel als Achse und zwei Löchern im Abstand von 440 mm und 500 mm vom Drehpunkt versehen, durch die eine Bleistift gesteckt werden kann. Den Nagel habe ich dann in das Zentrum des Lattenkreuzes gestochen. Mit einem Bleistift kann dann das jeweilige Kreissegment im korrekten Radius auf das Wendelsegment übertragen werden.
Die Unterseite jedes Segments habe ich dann entlang der Tunneloberleitungsradien mit blanken Messing-Reißzwecken bestückt, die ich dann zur Erleichterung der Tunneloberleitungsmontage verzinnt hatte.
Jedes Segment wurde nach und nach eingepasst und die Überlappung mit Weißleim geklebt. Bis zum Abbinden des Leims habe ich die Überlappung mit drei Klemmzwingen fixiert.
Waren genügend Segmente geklebt, um mindestens ein komplettes Flexgleis untergebracht werden konnte, habe ich abschnittsweise Gleise angeschraubt. Jedes Gleis bekam dabei eine separate Einspeisung.
Die Übergänge zur Ebene 1 waren dabei eine Besonderheit, da hier die Ausfahrten zu berücksichtigen waren. Dazu habe ich entsprechende Sonderplatten angefertigt.