Pickelfahrer

Udos Modelleisenbahnseiten

Anlage 1

Die erste Anlage, an die ich mich erinnern kann, war eine Spielanlage (heute würde man dazu HOBBY-Anlage sagen), die mein Vater in meiner frühesten Kindheit gebaut hatte. Das muss so ca. 1963 / 1964 gewesen sein.

Die Größe war 2,50 m x 1,50 m. Das weiß ich deshalb noch so genau, weil sowohl der Rahmen als auch die beiden dazugehörigen Spanplatten noch bis zur Anlage 4 Verwendung fanden.

Leider konnte die Anlage aus Platzgründen nur vorübergehend aufgebaut werden. Deshalb war sie in der Mitte teilbar und ruhte für die Dauer des Aufbaus auf einem Rahmen aus zwei Böcken mit Längsbalken. In den für mich damals viel zu langen Betriebspausen waren die Platten nach dem Abbau aller Gebäude hinter dem Kleiderschrank verstaut. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich meinen Vater gelöchert hatte, doch endlich mal wieder die Eisenbahn aufzubauen…

An den Gleisplan kann ich mir nur dunkel erinnern und Fotos existieren leider nicht. Ich weiß aber, dass vorn ein Bahnhof mit drei Gleisen war (”Lindenthal” von Faller), der sogar zwei doppelte Kreuzungsweichen hatte. Ich fand das als kleiner Steppke immer faszinierend, wenn sich die Züge durch die S-Bögen schlängelten.

Insgesamt gab es zwei Ovale – jedes mit einem eigenen Transformator -, wobei das äußere hinten noch einige Brückenelemente aus dem Märklin-Programm besaß, die über zwei Styroporrampen – so etwas gab es tatsächlich mal fertig zu kaufen! - zu erreichen waren. Auch das fand ich immer klasse, wenn der Zug in der großen Bogenbrücke “ins Netz” ging.

In der Mitte waren noch einige Abstellgleise angeordnet. Auch hier kann ich mich noch deutlich erinnern, wie mein Vater die Telexkupplung der damals neuen V60 ausgiebig gequält - ach nein, natürlich getestet! – hatte.

Dass alles mit Punktkontakt-M-Gleis war, müsste an sich gar nicht erwähnt werden, aber dass alle Weichen fernsteuerbar waren, schon eher – Handweichen hatten wir nicht.

Ich weiß gar nicht, wie lange die Anlage wirklich bestanden hatte, aber eins ist gewiss: Den Umzug in die nächste Wohnung hat sie auf jeden Fall nicht überlebt.

Danach gab es nur noch einige Teppichanlagen im Schlafzimmer meiner Eltern von sehr kurzer Lebensdauer – meistens nur eine Woche oder so, da die Gleise dann doch irgendwann störten…