Anlage 5
Den Entschluss, die Anlage 4 abzureißen, hatte ich gefasst, um eine richtige “Superanlage” zu schaffen.
Klar war, dass ich das M-Gleis nicht mehr auf sichtbare Strecken sehen wollte. Außerdem wollte ich auch die Masten der Sommerfeldt-Oberleitung richtig befestigen. Damit mussten die Trassen aus Holz bestehen. Hinzu kam, dass die Plattenbauweise auch nicht mehr meinen Ansprüchen genügte, da die Zugänglichkeit an die verdeckten Strecken von unten sehr eingeschränkt ist. Also entschloss ich mich zur offenen Rahmenbauweise, wie sie auch in den beiden Büchern von Bernd Schmid, “Märklinbahn + Landschaft” (0327)und “Märklin-Bahn mit Pfiff” (0328) beschrieben wurden. Überhaupt sind diese beiden Bücher schuld an meinen gestiegenen Ansprüchen.
Um den Zugang zu den Kellerfenstern zu ermöglichen, habe ich die Position der Anlage 5 gegenüber der Anlage 4 verändert. Die Form der Anlage war in Form eines “E”, allerdings mit geschlossenen Querbalken mit 30 cm Breite. Die Länge betrug 5,50 m, die Breite 2,30 m an der schmalsten und 3,20 m an der breitesten Stelle (ein Balken des “E”).
In einem der beiden offenen Rechtecke von 1,30 m x 1,20 m sollte die “Kommandozentrale” aufgebaut werden.
Thema der Anlage sollte wieder eine zweigleisige Hauptstrecke mit abzweigender Nebenbahn werden, um dem inzwischen gewachsenen Fahrzeugpark genügend Auslauf zu geben.
Um nicht den Kreisverkehr der vorherigen Anlage 4 nachzubilden, hatte ich einen dreigleisigen Schattenbahnhof in eine Kehre integriert und den anderen achtgleisigen über einen Abzweig in die zwei Zulaufstrecken des als Durchgangsbahnhof ausgeführten Bahnhof an der Hauptstrecke angebunden.
Den Gleisplan habe ich mit Papier, Bleistift, Zeichenschablone und Radiergummi selbst entworfen. Insbesondere das letztgenannte Hilfsmittel war das wohl am meisten gebrauchte. Heutzutage ist es mit den Gleisplanungsprogrammen doch so viel einfacher.
Gesteuert werden sollte weiterhin analog und auf Anregung eines Bekannten hatte ich einen Streckenblock und eine Schattenbahnhofssteuerung mit monostabilen Kammrelais angearbeitet.
Leider verlor ich nach dem Umzug in meine erste eigene Wohnung (mit nur einem Zimmer) dann ein wenig das Interesse an der Modelleisenbahn, so dass der Anlagenbau fast komplett zum Erliegen kam. Die Steuerungstechnik mit den Unmengen von Relais aufzubauen, ödete mich außerdem an.
Inzwischen verheiratet und in eine Dreizimmerwohnung umgezogen, bekam das Modellbahnvirus dann durch die Umstellung auf die Digitaltechnik neue Nahrung. Ich hatte vor, die Anlage auf Märklin Digital umzustellen und mit einem eigens dafür erworbenen Commodore Amiga 500 zu steuern. Endlich hatte ich damit einen Weg gefunden, meine beiden Hobbies miteinander zu verbinden. Das Steuerungsprogramm wollte ich selbst schreiben. Die Loksteuerung und eine Art Icon-Stellwerk – ähnlich dem, was in der Central Station 60212 integriert ist – hatte ich schon fertig.
Leider schlug dann das “Schicksal” für die Anlage 5 in Form eines Nachbarn meiner Eltern zu, der auf einem recht kleinen Raum eine betrieblich abwechslungsreiche Anlage aufgebaut hatte, in dem er drei sichtbare Ebenen übereinander geschichtet hatte. Der Schattenbahnhof lag darunter auf Fußbodenebene. Verbunden war das Ganze über eine eingleisige Gleiswendel.
Da mein Anlagenbau sowieso stagnierte und der Keller sich auf die Dauer doch als zu feucht erwies – alles muffelte schon so vor sich hin -, räumte ich das dritte Zimmer um und schaffte Platz für die künftige Anlage 6!